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Vom Zentrum aus - Zum Zentrum hin Die hier gezeigten Arbeiten stammen aus den Jahren 1994 bis 2001. Von der Malerei kommend, war es das "Licht",
das mich veranlasste, mit transparenten Kunststofffolien plastisch zu
experimentieren. Die anfänglich kleinen Versuche und Modelle wuchsen
in einen größeren Maßstab und bald wurde das "Wachstum"
selbst zum Thema. Ein spielerischer Umgang mit Flächen und Formen
führte mich über das gefundene plastische Prinzip zu komplexen
Strukturen. Daneben inspirierten mich Naturformen, Zellstrukturen, Formbildungssprozesse,
... Es folgten weiche Arbeiten: Wabenstrukturen aus Silikonschlauch.
Schon bei den Folienarbeiten war das Material, als Hülle, als Membran
auf ein Minimum reduziert. Bei den Waben nun löste sich die Kontur
auf: Verdichtungen, bei denen das Material hinter der Wirkung von Farbe,
Licht und Schatten fast verschwindet. Ein nächster Schritt waren Arbeiten aus Wattestäbchen. Auch diesmal ist der Aufbau die Wabenstruktur, als dichteste Anordnung von Kreisen. Ich experimentierte mit der Saugfähigkeit der Watte. So trat die Farbe Orange langsam stärker in den Vordergrund. Seit 2002 bin ich dabei, mich grundsätzlich neu zu orientieren. Achim Weinberg, Juli 2004
"... Neben der Verwendung alltäglicher Präparate
gibt es auch die andere Seite der Objektkunst: Die Herstellung eines vollständig
neuen Gegenstandes, als Analogie zur industiellen Produktion oder als
Paradoxie der Gebrauchswelt, so geschehen in Achim Weinbergs Kleinem Oval,
einem in dieser Form angeordneten, honiggefüllten Silikonschlauch."
Für Achim Weinberg, anlässlich der Ausstellungseröffnung am 25.10.2000, Kunst bei Schindler Vom Kunststoff zum KUNST-STOFF Für Achim Weinberg begann 1994 anläßlich
einer Aufgabenstellung zum Thema Licht die Auseinandersetzung mit transparenten
Materialien. Zur Verwirklichung weiterer Entwürfe dienten nun
steife Kunststoff-Folien, Werkstoffe, die in unserer Umgebung ständig
präsent sind, denen wir aber eine besondere Wahrnehmung versagen. Nur die Transparenz des Materials erlaubt die Anwesenheit und Einbeziehung des Lichtes, nur sie erlaubt uns die Teilhabe am raumbildenden Geschehen. Nur dank dieser Voraussetzung ist es möglich, die Binnenräume zu erschließen. Die weitere Beschäftigung mit dem künstlichen
Werkstoff, dessen Eigenschaften beeinflussbar sind führte zur Berührung
mit Halbzeugen. Halbzeuge sind vorgeformte technische Produkte, die eine
bestimmte Ausgangsform aufweisen; wie z.B. Rohre, Stangen, Profile, Platten
etc. aus Stahl, Aluminium oder Plastik
Ist das Rohr nun aus Silikon und der Animierte ein Künstler, der willens und in der Lage ist, das Angeregt-Sein in einen Gestaltungsprozeß zu überführen, werden uns Objekte wie z.B.: "Kleines Oval" oder die "Knospe" oder "Dreipol" geschenkt. Diese Bemerkungen sollen aber keineswegs die grundlegenden gestalt- und formsuchenden Überlegungen des Künstlers vereinfachend darstellen. Aus Gesprächen mit Herrn Weinberg weiß ich sehr gut, die dargelegten Pläne beweisen es dazuhin, wie viel und welch detaillierte Vorarbeit nötig ist, wie aufwendig sich der Arbeitsprozeß gestaltet, bis die Idee zum Objekt geworden ist. Und - was mir wichtig erscheint, dass allein der Vorsatz und das Wollen nicht zwangsläufig zum Ergebnis "Kunstwerk" führt. Ich vermute, dass dies bei allen ernsthaften Künstlern
ähnlich ist, denn Willi Baumeister schreibt 1947 in seiner Schrift
,,Das Unbekannte in der Kunst": Aus dieser Bewegung des Produktionsvorganges lässt
sich erklären, dass der Silikon-Schlauch nun auch in Scheibchen oder
Stückchen geschnitten auftritt, um in neuen, vom eigentlichen Ursprung
weit entfernten Formen zu erscheinen. Die aus vielen hundert Silikonschlauchscheibchen
geklebten Objekte "Ring", "Zwei Zentren" oder "Gelbes
Oval" lassen diese Vorgänge nur erahnen, denn uns erscheinen
die Objekte als zwangsläufig in ihrer Form und endgültig dazu
bestimmt Licht und Umraum zu reflektieren, die Möglichkeiten des
Durchgangs von Licht durch ein Medium vorzuführen - und je nach Beleuchtungssituation
und Blickwinkel des Betrachters in ständig neuem Licht dazustehen
oder sich aufzulösen. Dazu nochmals Willi Baumeister: Zur Klärung der Frage, wer oder was aus alltäglichem Kunststoff den KUNST-STOFF macht, möchte ich den Philosophie-Historiker Hans-Georg Gadamer (geb. 1900) zitieren, er schrieb 1960 in einer Einführung zu Martin Heideggers "Ursprung des Kunstwerks" folgendes: "Ein Kunstwerk meint ja nicht etwas, verweist nicht
wie ein Zeichen auf eine Bedeutung, sondern es stellt sich in seinem eigenen
Sein dar, sodaß der Betrachter zum Verweilen bei ihm genötigt
wird. Es ist so sehr selbst da, dass umgekehrt das woraus es gemacht ist,
Stein, Farbe, Ton, Wort (ich füge hinzu: Kunststoff) selbst erst
in ihm zum eigentlichen Dasein kommt.
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